Vorträge

... aus der Kulturgeschichte

Neben den Stadtrundgängen biete ich Vorträge aus Kunst- und Kulturgeschichte an. Bisher habe ich sie im Rahmen der Volkshochschule oder des Geschichtsvereins "EUREGIA - Frauenwege zwischen Rhein und Maas e.V." gehalten. Sie können die Vorträge für Ihre Veranstaltungen buchen.


Hexenverfolgung am Niederrhein

Immer noch weit verbreitet ist die Vorstellung, mit der Hexenverfolgung habe die katholische Kirche im finsteren Mittelalter versucht, die "weisen Frauen" auszurotten. Die jüngere Geschichtsforschung ergab jedoch im Hinblick auf Zeit, Opfer und Täter ein viel differenzierteres Bild. Auch folgte nicht auf jede Klage zwangsläufig eine Verurteilung; andererseits gibt es ebenfalls schreckliche Beispiele für Selbstjustiz.

Die Verfolgung von Menschen, die angeblich durch einen Pakt mit dem Teufel übersinnliche Kräfte erhielten, fand über 350 Jahre lang in mehreren Wellen statt. Die letzte Hinrichtung verzeichnete man 1782 im Schweizer Kanton Glarus.

Zwar wurde die Hexenverfolgung in Deutschland unterschiedlich stark betrieben, aber auch in den niederrheinischen Territorien fühlten sich Menschen von Zauberei bedroht. Prozesse und Hinrichtungen sind hier ebenfalls bis 1738 belegt. Der Vortrag beleuchtet, welche gesellschaftspolitischen Bedingungen diese Gräuel hervor brachten. In dem sich selbst erhaltenden System von Beschuldigungen und Angst konnte jeder Mensch, unabhängig von Bildung und Stand, Opfer werden.

  

 

Kulturgeschichte des Labyrinths: Der Weg zur Mitte

Seit Jahrtausenden faszinieren Labyrinthe die Menschen.
Worin besteht die besondere Anziehungskraft des Labyrinths? Welche spirituellen Inhalte sind mit ihm verbunden? Wie unterscheidet es sich vom Irrgarten?

Bis heute tauchen verschiedenste Formen im Alltag auf. Mittlerweile hat sich eine internationale Labyrinth-Bewegung entwickelt, die sogar einen Welt-Labyrinth-Tag feiert.

Die kompliziert anmutende Konstruktion eines Labyrinths wird Schritt für Schritt
erläutert. Der verschlungene Pfad enthält als Bild für den eigenen Lebensweg auch immer eine spirituelle Dimension..
In einer Zeitreise durch die Kulturgeschichte werden historische und moderne Beispiele aus Kunst und Gartenarchitektur vorgestellt: Vom antiken kretischen Labyrinth von Knossos über die Kathedrale von Chartres und englische Heckenlabyrinthe bis hin zur zeitgenössischen Viersener Steinsetzung.

 

 

Geschichte der Beginen - eine mittelalterliche Frauenbewegung

Ende des 12. Jahrhunderts entsteht in Flandern, Brabant und Nordfrankreich die Bewegung der Beginen. Während der Entwicklung städtischer Gesellschaften und unter dem Einfluss einer starken Frömmigkeitsbewegung schließen sich Frauen zu unabhängigen Gemeinschaften zusammen, die ihnen eine erhebliche Selbständigkeit ermöglichte. Auch am Niederrhein war das Beginenwesen mit Konventen und Höfen verbreitet.

Die Beginen legten keine Gelübde ab, sondern ein Keuschheitsgelöbnis für den Zeitraum ihrer Mitgliedschaft, behielten ihren Privatbesitz und konnten die Gemeinschaft wieder verlassen.

Ihren Unterhalt mussten sich die Frauen durch eigene Arbeit verdienen. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert führte dies zu großen Konflikten mit den Zünften. Da die Beginen keiner Ordensregel folgten, galten sie als unkontrollierbar und wurden sogar offiziell verboten. Trotzdem konnten sich diese Bewegung mehrere Jahrhunderte lang halten.

Der Vortrag führt in die Geschichte dieser Lebensform ein und zeigt, auf welche Weise die Idee noch heute nachwirkt.

 

 

 

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